Die Geschichte des Giebellaubenhauses in Pillgram
Das Pillgramer Giebelvorlaubenhaus (auch bekannt als Giebellaubenhaus) ist nicht nur das stolze Wahrzeichen unseres Dorfes, sondern auch ein architektonisches Juwel von überregionaler Bedeutung. Als eines der letzten erhaltenen Gebäude seiner Art in der gesamten Mark Brandenburg erzählt es eine faszinierende Geschichte, die über Jahrhunderte zurückreicht.
Ein Wunder des Überlebens (1594–1595)
Die Ursprünge des Hauses liegen im späten 16. Jahrhundert. Es wurde in den Jahren 1594 und 1595 ursprünglich als märkisches, bäuerliches Wohnhaus errichtet. Dass wir dieses Gebäude heute überhaupt noch bestaunen können, grenzt an ein Wunder: Es ist das einzige Gehöft im gesamten Ort, welches den verheerenden Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) völlig schadlos überstanden hat.
Knotenpunkt an der Postkutschenstation
Seine Lage war von strategischer Bedeutung. Das Haus lag direkt an einer wichtigen Wegkreuzung des historischen Postkurses, der von Frankfurt (Oder) über Fürstenwalde/Spree bis nach Berlin führte.
Aufgrund dieser Lage entwickelte sich das Gebäude schnell zu einem lebendigen Mittelpunkt der Region. Die charakteristische, weit ausladende Vorlaube diente als:
- Herberge und Dorfkrug: Ein Ort, an dem Reisende einkehren, essen und übernachten konnten.
- Umspann- und Postkutschenstation: Hier wurden müde Pferde der kaiserlichen Post gewechselt, während die Postillone Nachrichten austauschten.
Ein Fenster in die Vergangenheit
Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert wandelte sich die Nutzung wieder stärker hin zum alltäglichen Leben und Arbeiten von Bauern und Handwerkern.
Heute ist das denkmalgeschützte Gebäude ein begehbares Geschichtsbuch. Unsere im Haus beheimatete volkskundliche Sammlung bewahrt genau dieses Erbe. Sie vermittelt Besuchern tiefgründige und lebendige Einblicke in die damalige Arbeitswelt, das Leben der Hausfrauen und Kinder sowie die über Generationen gewachsenen Bräuche und Traditionen unserer märkischen Heimat.

